Praxis für Ergotherapie | Margarete Deiß | Winsen

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Sensorische Integration

(sensorisch = die Sinne betreffend / Integration = Zusammenführung)



Sensorische Integration ist der Prozeß des Ordnens und Verarbeitens sinnlicher Eindrücke über die Sinnessysteme Sehen, Hören, Fühlen usw., ihre Weiterleitung im Nervensystem und ihre Verarbeitung im Gehirn, so dass das Gehirn eine angemessene Körperreaktion und sinnvolle Wahrnehmungen, Gefühlsreaktionen und Gedanken erzeugen kann. Dieser Wachstumsvorgang beginnt lange vor der Geburt, ist im frühen Kindesalter besonders rasch und setzt sich lebenslang fort. Er ist die Grundlage von Bewegung, Sprache und Lernen und der Schlüssel zu sinnvoller Handlung. Dieser Prozess der sensorischen Integration kann gestört sein. Das äußert sich sehr verschieden und zeigt dann die unterschiedlichsten Probleme, wie Entwicklungsverzögerung, verzögerte Sprachentwicklung, Aufmerksamkeits- und Lernprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, Handlungs- und/oder Bewegungsungeschicklichkeiten,Aggressivität, Bewegungsunruhe u.ä.

Die Wahrnehmung wird in 3 sog. Basissinne aufgegliedert, denen eine herausragende Bedeutung für die Entwicklung des Kindes und die sensorische Integrationsfähigkeit beigemessen wird:

Tiefensensibilität:
Die Tiefensensibilität wird auch Propriozeption oder kinästhetischer Sinn genannt. Sie vermittelt Eindrücke über die Stellung und Bewegung unserer Körperteile und über unseren Krafteinsatz. Die Sensoren liegen in den Muskeln, Sehnen und Gelenken. Eine gute Tiefensensibilität ist ausschlaggebend für die Bewegungsgeschicklichkeit.

Gleichgewichtssinn:
Das Gleichgewichtsorgan liegt im Innenohr, wo sich auch die Sinnesorgane für das Gehör befinden. Man spricht auch vom vestibulären System. Mit dem Gleichgewichtssinn nehmen wir wahr, ob wir uns z.B. vorwärts bewegen oder drehen und mit welcher Geschwindigkeit. Wir nehmen unbewusst aber auch die Erdanziehung wahr. Das Gleichgewichtsorgan hilft uns nicht nur, die Balance zu halten, es sorgt auch für unsere aufrechte Körperhaltung und die Orientierung im Raum. 

Berührungssinn oder Tastempfinden:
Der Sinn, mit dem wir Berührung, Hitze, Kälte oder Schmerz empfinden, wird auch als taktiler Sinn bezeichnet. Er befindet sich in der Haut des Menschen.

Sensorische Integrationstherapie beinhaltet den gezielten Einsatz von Handlungs- und Bewegungsangeboten durch spezielle Geräte oder bestimmte Materialien, die auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sind. Damit werden die Basissinne (Gleichgewichtssinn, Berührungssinn, Tiefensensibilität) zur Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitung angesprochen.